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Im Juli 2013 hat das Bundesministerium einen neuen Paragraphen im Tierschutzgesetz, gültig ab 01.08.2014, verabschiedet. Das Tierschutzgesetz ist ein Bundesgesetz. Der neue Paragraph besagt, dass:

derjenige, der gewerbsmäßig Hunde ausbildet oder die Ausbildung durch den Tierhalter anleitet, eine behördliche Genemigung – die sog. Erlaubnis nach §11 Abs. 1 Nr. 8f – vorweisen muss

Der Bundestag schreibt dazu genau im Bundesgesetzblatt:

c) Folgender Buchstabe f ist anzufügen:

„f) für Dritte Hunde ausbilden, die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten oder hierfür Einrichtungen unterhalten“

Begründung
Hundeschulen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbildung von Hunden und geben Kenntnisse an Hundehalter weiter. Mit dieser Regelung soll erreicht werden, dass alle gewerbsmäßig betriebenen Hunde- schulen der Erlaubnispflicht unterliegen, um insbeson- dere ein Mindestmaß an Sachkunde der Ausbilder und Schulungsleiter sicherzustellen.

Hieraus geht deutlich  hervor, dass es der Regierung darum ging, ein Mindestmaß an Sachkunde sicherzustellen, so dass nachweislich tierschutzkonform gearbeitet wird. Der Beruf des Hundestrainers oder der Hundetrainerin ist kein staatlich anerkannter Beruf, es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung hierfür.

Alle mir bekannten TrainerkollegInnen waren sehr positiv zu dem Gesetz eingestellt, dient es doch dem Tierschutz, im Besonderen dem Schutz der Hunde vor unsachgemäßer, tierschutzrelevanter Ausbildung oder Erziehungsmaßnahmen. Schwarze Schafe, die nach wie vor mit schmerzerzeugenden Hilfsmitteln wie Stachelhalsband oder Reizstromgerät arbeiten, sollten dadurch ausgesiebt werden.

Die Durchführung der Erlaubniserteilung obliegt den Veterinärämtern. Diese hatten von Juli 2013 bis August 2014 – in der Übergangsphase – Zeit, sich darüber zu einigen oder Gedanken zu machen, wie eine solche Überprüfung für HundetrainerInnen aussehen könnte.

Das Bundesministerium hat keine neue Rechtsverordnung erstellt, aber mehrfach darauf hingewiesen, dass die derzeit gültigen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften (TschG) anzuwenden sind. Hierbei findet der Punkt 12.2.2.2 eine besondere Wichtigkeit:

12.2.2.2 Die für die Tätigkeit erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sind in der
Regel anzunehmen, wenn die verantwortliche Person

– eine abgeschlossene staatlich anerkannte oder sonstige Aus- oder Weiterbildung absolviert
hat, die zum Umgang mit den Tierarten befähigt, auf die sich die Tätigkeit erstreckt, oder

– auf Grund ihres bisherigen beruflichen oder sonstigen Umgangs mit Tieren, beispielsweise
durch langjährige erfolgreiche Haltung der betreffenden Tierarten, die für die Tätigkeit
erforderlichen fachlichen Kenntnisse hat.

Aus dieser Verwaltungsvorschrift geht somit hervor, dass auch SONSTIGE Aus- und Weiterbildungen zu berücksichtigen sind, ebenso wie eine langjährige erfolgreiche Haltung der betreffenden Tierart.

Ein Trainer, der nun seit vielen Jahren seine Tätigkeit unbeanstandet (im Bezug auf tierschutzkonformen Umgang) ausführte, sollte allein aufgrund dieser Verwaltungsvorschrift seine Erlaubnis erhalten.

So wie diese Verwaltungsvorschrift formuliert ist, MÜSSEN die zuständigen Behörden die gelieferten Nachweise an Ausbildungen, Seminaren, Fort- und Weiterbildungen berücksichtigen, prüfen und ggf. Defizite bekannt geben.

Auch hier waren alle mir bekannten TrainerkollegInnen einverstanden. Die meisten freuten sich sogar darauf, denn wir rechneten alle damit, dass der/die zuständige Amtsveterinär/in bei einer praktischen Stunde anwesend sein wird, das Training auf tierschutzkonformes Arbeiten hin begutachtet/überprüft, evtl. die eine oder andere Frage stellt, die eben in den Bereich des Tierschutzes fällt, man lernt sich persönlich kennen und somit hoffentlich auch schätzen.

Aber was wurde aus diesem Paragraphen tatsächlich gemacht, wie wurde er bisher umgesetzt, wer hatte etwas von den bisherigen Vorgehensweisen der Veterinärämter? Nähere Informationen darüber lesen Sie im Artikel „Wie war das doch gleich mit dem Mindestmaß an Sachkunde?“.

Detaillierte Informationen sind auf der Website AG Hundetrainer Sachkunde nachzulesen.

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